04/2022-03/2025, seitdem assoziiert
Promotionsstudium im Graduiertenkolleg 2304 „Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption“, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Arbeitstitel der Dissertation
Untersuchungen zur Rolle von Equiden im römischen Militär-Kontext
Domestizierte Equiden, also Esel, Maultiere und vor allem Pferde erfüllten im Kontext des römischen Militärs auf mehreren Ebenen Funktionen. Sie dienten als Reit-, Last- und Zugtiere zum Transport von Personen und Gütern, konnten als taktisches Instrument bei Kampfhandlungen eingesetzt werden und waren Bestandteil von „Paraden“ und Ritualen, wie etwa Triumphzügen, Vorführungen oder Wettkämpfen. Ikonographisch konnten sie darüber hinaus als Zeichen für Berufe, den eigenen Stand, kurzum als Indikator für den eigenen Status eines Menschen eingesetzt werden.
Während Gliederung und Entwicklung der Reiterei, sowie Bewaffnung und Ausrüstung von Reitern, ebenso wie Repräsentationsformen bereits Gegenstand zum Teil intensiver Forschungen gewesen sind, wobei die Konzentration häufig auf einzelnen Aspekten und/oder Materialgruppen lag, wurde die konzeptuelle Bedeutung und die damit verbundene Inszenierung der im Militär eingesetzten Tiere meist nur am Rande thematisiert. Diese Bedeutung von Equiden als Nutztiere innerhalb und „Zeichen“ für das römische Heerwesen soll in diesem Projekt näher betrachtet werden. Welche Rolle spielten sie in logistischer und taktisch-strategischer Hinsicht für die römische Armee in Zeiten des Krieges, aber auch jenen des Friedens? Inwiefern trugen sie innerhalb des Militärs zur Kreierung oder sogar Definition von Gruppenidentitäten beziehungsweise der Statusdefinition von Einzelpersonen bei? Die Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, welche Funktionen, Charakteristika und Bedeutung Equiden in bildlichen Narrativen zugeschrieben wurden. Des Weiteren soll ihre Rolle bezüglich des ikonographischen Aussagegehaltes untersucht werden. Hierbei soll der Abgleich mit schriftlichen und materiell übermittelten Informationen, wie etwa Infrastrukturanlagen und funktionsbezogenen (schützende; inszenierende) Ausstattungselementen, dazu beitragen die in Darstellungen vorgenommenen Gewichtungen (z. B. Darstellungen bestimmter Funktionalitäten, Auswahl der dargestellten Situationen, unterschiedliche Gestaltung von Equiden) beziehungsweise die Konzeptualisierung der Tiere schärfer fassen zu können. Kulte und Rituale, die mit Equiden und ihren Nutzern in Verbindung standen, sollen unter den Gesichtspunkten der Spezifität betrachtet werden: inwiefern könnten sie (auch) dazu gedient haben Gruppenidentität(en) zu betonen? Zur ikonographischen Analyse sollen zentral vor allem die Methoden der kritischen Ikonographie, sowie frame-Theorien angebracht wer-
den.
Aufgrund mehrerer Faktoren soll sich der geographische Rahmen auf die Donauprovinzen Raetien, Noricum, Pannonien, Dalmatien, Dakien und Moesien fokussieren. Zum einen herrscht hier aufgrund der Bedeutung der Reiterei zum Schutz des Donaulimes eine hohe Materialdichte mit zahlreichen Alenkastellen, Reitergrabsteinen und Pferdeausstattungsfunden. Zum anderen spielen die dortigen Tätigkeiten des römischen Militärs in einer Reihe von Darstellungsnarrativen, wie etwa von Staatsre-liefs, sowohl aus Rom, als auch aus dem Untersuchungsgebiet, eine Rolle. So sind militärische Tätigkeiten streckenweise durch Auseinandersetzungen mit autochthonen Reiterkulturen wie etwa den Sarmaten oder den Dakern geprägt. Ein Ziel dieses Projektes ist es auch, mögliche Einflussnahmen zu untersuchen. Der chronologische Rahmen konzentriert sich vor allem auf das zweite bis vierte nachchristliche Jahrhundert der römischen Kaiserzeit, soll jedoch auch einen Ausblick auf die diachrone Entwicklung verschiedener Konzepte geben. Hierdurch soll eine materialübergreifende Zusammenführung Equiden betreffender Einzelergebnisse entstehen.
| Seit Apr. / 2022 | PhD student at RTG 2304 “Byzantium and the Euro-Mediterranean Cultures of War. Exchange, Differentiation and Reception” at Johannes Gutenberg-University Mainz Working title of dissertation: Untersuchungen zur Rolle von Equiden im Kontext des römischen Militär [Studies on the role of equines in the context of the Roman Military] (supervisor: Prof. Dr. Heide Frielinghaus). |
| Apr. / 2019 – Dez. / 2021 | Master of Arts Archaeology and Cultural History of the Ancient Mediterranean at University of Hamburg Title of thesis: Mensch-Tier-Beziehungen in den römischen Donauprovinzen – eine interdisziplinäre Betrachtung funerärer Hunde- und Pferdedarstellungen und archäozoologischer Befunde [Human-animal-relations in the Roman Danuban Provinces – An interdisciplinary study of funerary depictions of horses and dogs and their zooarchaeological evidence] (Supervisors: Prof. Dr. Martina Seifert; Dr. Nadine Leisner). |
| Apr. / 2016 – Nov. / 2018 | Bachelor of Arts Archaeological Sciences (Pre- and Proto History, Classical Archaeology, Archaeometry) at Ruhr-University Bochum Title of thesis: Die sogenannten Rundaltäre von Milet. Untersuchungen zur Chronologie und Funktion [The so called round altars of Miletus. Studies on their chronology and function] (Supervisors: Prof. Dr. Christof Berns; Dr. Sabine Huy). |
| 2015 | A-levels at the Bettinaschool in Frankfurt/M. |
| Seit Apr. / 2022 | Research Associate at RTG 2304 “Byzantium and the Euro-Mediterranean Cultures of War. Exchange, Differentiation and Reception” at Johannes Gutenberg-University Mainz |
| Feb. / 2023 | Fieldwork excavation in Tiberias, Israel. |
| Mai / 2020 – Mär. / 2021 | Student Assistant for the project Creating Identities: family images and identity formation in the Roman Danuban provinces at the University Hamburg. |
| Jun. / 2018 – Mär. / 2019 | Working student in the department of archaeological and monument survey at m/scale GmbH. |
| Sep. / 2017 | Fieldwork Summer campaign in Miletos, western turkey. Finds work; drawing of pottery. |
| Aug. / 2016 – Sep. 2016 | Fieldwork excavation at Blätterhöhle in Hagen, Germany. |
| Jan. / 2021 | Graduation grant (1500,- €) of the Karl H. Ditze-foundation in Hamburg for the master thesis Mensch-Tier-Beziehungen in den römischen Donauprovinzen – eine interdisziplinäre Betrachtung funerärer Hunde- und Pferdedarstellungen und archäozoologischer Befunde. |
| Aug. / 2024 | EAA educational excursion: The volcano and the shores of Italy. Herculaneum, Pompeii, Vesuvius, Nola, Cumae. |
| Jun. / 2023 | Doctoral exchange with the Center for the Study of Conversion and Inter-Religious Encounters (CSoC) at the Ben-Gurion University of the Negev, Israel. |
| Feb. / 2020 – Mar. 2020 | Educational excursion to Morocco. |
| Mai. / 2019 | Archaeological Fieldschool Xanten: Deepening of fieldwork technical skills in the areas of survey, geophysical prospection and documentation. |
| Jun. / 2017 – Jul. 2017 | University excursion to Israel/Palestine/Jordan. |
| 08.04.2024 – 04.11.2024 | Membership officer in the council of the Bundesverband Promovierende e.V. |
| Seit 01.04.2024 | Faculty representative for the faculty 07 (History and Cultural Studies) at the Representation of Doctoral Students (DoV), JGU Mainz. |
| Seit 12.02.2024 | Member of the European Association of Archaeologists (EAA). |
| 16.01.2020 – 24.01.2022 | Member of the Council of Student Representatives of Archaeology at the University of Hamburg: Co-organization of presentations, conferences and celebrations; mediation between students and university staff; design of posters for presentations and further events. |