05/2021 – 4/2024, seitdem assoziiert: Promotionsstudium im Graduiertenkolleg 2304 „Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption“, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Fach: Alte Geschichte
Titel der Dissertation: „(K)eine Sprache des Friedens? – Die Verwendung von Kriegsmetaphorik in den Werken Tertullians„
Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Marietta Horster, Univ.-Prof. Dr. Heike Grieser
(K)eine Sprache des Friedens? – Die Verwendung von Kriegsmetaphorik in den Werken Tertullians
Bonum militem Christo imperatori suo praestat, qui tam plene ab apostolo armatus, ut tubam persecutionis audit, ad diem deserit persecutionis! (Tert. fug. 10.)
Als schöner Soldat vor seinem Feldherrn Christus erweist sich derjenige, der, obwohl er so vollständig vom Apostel bewaffnet wurde, am Tage der Verfolgung von seinem Feldherren abfällt, sobald er die Trompete der Verfolgung hört!1
Die metaphorische Umschreibung des gläubigen Christen als Soldaten (miles Christi) stellt ein zentrales rhetorisches Element in den Schriften des frühen lateinischen Kirchenschriftstellers Tertullian (ca. 155 – ca. 220 n. Chr.) dar. In welchem Maße jedoch orientiert sich der karthagische Autor bei der Ausgestaltung dieses sprachlichen Bildes an griechisch-christlichen Vorbildern, wie etwa dem paulinischen Epheserbrief oder auch der frühchristlichen griechischen Apologetik? Und inwiefern nutzt er das für christliche Texte noch nicht so etablierte lateinische Sprachsystem sowie spezifisch römisch-kulturelle (Ideal-) Vorstellungen von Krieg und Soldatentum, um seinen miles Christi neu auszuformen und somit an das westliche Zielpublikum sowie an verschiedene historische Umstände anzupassen? Diesen Fragen will die geplante Arbeit u.a. mittels einer detaillierten philologischen Untersuchung ausgewählter Schriften aus dem Œuvre Tertullians nachgehen. Dabei sollen auch die Erkenntnisse moderner kognitiv-linguistischer Metapherntheorien berücksichtigt werden, welche wertvolle Einblicke in die Wirkungsweise sowie das rhetorische Potential einer solchen frühchristlichen Kriegsmetaphorik gewähren. So erschöpft sich die Funktion metaphorischer Ausdrücke wie bonus miles Christi oder auch Christus imperator aus kognitiv-linguistischer Sicht keinesfalls in sprachlicher Ornamentik. Vielmehr ist es die durch solche Ausdrücke beim Leser evozierte Projektion ausgewählter soldatischer Tugenden und Pflichten auf den Christen, welche dem Bild des christlichen Soldaten seine eigentliche rhetorische Kraft verleiht. Die Aktivierung einer solchen Projektion ermöglicht es dem Autor einerseits, eine von ihm erwünschte Perspektive auf den gläubigen Christen sowie auf verschiedene Ereignisse und Situationen in dessen Leben zu generieren. Andererseits können hierdurch auch bestimmte Handlungen in diesen Situationen als besonders tugendhaft oder notwendig dargestellt werden. Beispielsweise stützt sich Tertullians Argumentation gegen eine Flucht in der Verfolgung in der eingangs zitierten Passage v.a. darauf, dass der Autor den Leser implizit dazu auffordert, die Verfolgungssituation als Schlacht und eine Flucht dementsprechend als Fahnenflucht zu verstehen.
1 Quintus Septimius Florens Tertullianus: Ad martyras, ad scapulam, de fuga in persecutione, de monogamia, de virginibus velandis, de pallio. Opera Emil Kroymann usus. Editus Vinzenz Bulhart. De paenitentia. Editus Philipp Borleffs, Quinti Septimi Florentis Tertulliani opera 4, CSEL 76, Wien 1957. Eigene Übersetzung.
| Mai / 2021 – Apr. / 2024, seitdem assozziert | Promotionsstudium im Graduiertenkolleg 2304 „Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Fach: Alte Geschichte Titel der Dissertation: (K)eine Sprache des Friedens? – Die Verwendung von Kriegsmetaphorik in den Werken Tertullians Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Marietta Horster, Univ.-Prof. Dr. Heike Grieser |
| Sep. / 2021 | Erweiterungsprüfung Bachelor/Master of Education Griechisch, Johannes Gutenberg-Universität Mainz |
| Mär. / 2021 – Apr. 2021 | Mitarbeiter der Stiftung Scheuern (Nassau an der Lahn) in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung |
| Aug. / 2019 – Jan. / 2021 | Referendariat in den Fächern Geschichte und Latein am Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Koblenz |
| Aug. / 2016 – Jan. / 2017 | Erasmus-Auslandssemester an der Turun yliopisto (University of Turku), Finnland, im Fach Geschichte |
| Okt. / 2011 – Jul. / 2018 | Studium der Fächer Geschichte und Latein (B. Ed. / M. Ed.) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz |
| 1991 | geboren in Dahn |
| Apr. / 2015 – Mär. / 2019 | Studentische/wissenschaftliche Hilfskraft und Tutor am Arbeitsbereich Alte Geschichte der Johannes Gutenberg- Universität Mainz |