Trägerkreis


Irene Dingel
ist Kirchenhistorikerin mit Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit. Sie ist Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte Mainz (IEG, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten von Reformation und Konfessionalisierung sowie der Frühaufklärung in ihrem westeuropäischen Zusammenhang. Sie leitet das von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften finanzierte und an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz angesiedelte Forschungs- und Editionsprojekt „Controversia et Confessio“. Außerdem war sie Sprecherin des GRKs „Die christlichen Kirchen vor der Herausforderung ‚Europa‘“.


Heide Frielinghaus ist Klassische Archäologin mit thematischen Schwerpunkten im Bereich von Krieg, Kulturkontakten und Rezeption sowie einem geographischen Schwerpunkt auf den Gebieten von Griechenland und Unteritalien. Ein besonderes Interesse liegt hierbei auf der (wechselseitigen) Übernahme oder Adaption u.a. von Objekten, (Bild-)Themen oder Bildelementen bzw. der Abgrenzung gegen bestimmte, mit der anderen/fremden Kultur verbundene Aspekte oder Dinge.


Heike Grieser ist Kirchenhistorikerin und Patrologin. Sie beschäftigt sich vor allem mit sozial- , kultur- und rechtsgeschichtlichen Fragen; ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der antiken Frömmigkeitsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der wechselseitigen Beziehungen zwischen Osten und Westen (v.a. hagiographische Literatur und antiker Volksglaube). Sie ist u.a. Mitglied des GRKs 1728 „Theologie als Wissenschaft“ (Frankfurt), des LWC Mainz „Byzanz zwischen Orient und Okzident“ und der interdisziplinären AG „Kraftprobe Herrschaft“.


Die Althistorikerin Marietta Horster hat Forschungsschwerpunkte in der griechischen Religion und in der römischen Administration in Kaiserzeit und Spätantike. Seit 2002 forscht sie auch zum Thema literarischer Weltdeutungen, hier insbesondere zu Wissensorganisation und Wissenstransfer. Ihre Arbeiten zur Religion, zum Deutungstransfer und zur bestmöglichen Herrschaft und Administration bieten einen wichtigen Beitrag für Diskussionen um antike und spätantike Ausdrucksformen und Deutungskonzepte.


Ludger Körntgen ist Mittelalterhistoriker mit Forschungsschwerpunkten im Früh- und Hochmittelalter. Er beschäftigt sich besonders mit religiösen Vorstellungen sowie deren Konsequenzen im Bereich von kirchenrechtlicher Norm und seelsorgerischer Praxis sowie in Bezug auf Legitimation, Selbstdarstellung, politischem und religiösem Verhalten der Herrscher. Sein Interesse gilt ferner der für die neuere Forschung zum ottonisch–salischen Königtum zentralen Frage nach dem Verhältnis von symbolischer Kommunikation und militärischer Gewalt. Er ist Mitherausgeber der Publikationsreihe „Orbis mediaevalis“ und des „Historischen Jahrbuchs“ der Görres-Gesellschaft sowie General Editor (mit R. Meens/Utrecht) der „Paenitentialia Franciae, Italiae et Hispaniae s. VIII–XI“ im Corpus Christianorum/Turnhout.


Jan Kusber ist Osteuropahistoriker mit einer Expertise für das vormoderne Russland. Er hat sich intensiv mit russisch-tatarischen Begegnungen im Mittelalter, mit Religion und Konfession in der Frühen Neuzeit sowie mit interkultureller Begegnung der Elitenkulturen des Russischen Imperiums des 18. Jhs. beschäftigt. Darüber hinaus hat er zu dem Wandel von Herrschaftslegitimation und -repräsentation vom Moskauer Reich zum Petrinischen Imperium gearbeitet sowie zu Fragen des Kulturkontakts und -transfers zwischen der ostslavischen und der islamischen Welt.


Hans-Christian Maner ist Ostmittel- und Südosteuropahistoriker. Schwerpunkte seiner Arbeit bilden u.a. Themen der Kultur- und Rezeptionsgeschichte ab der Zeit der osmanischen Herrschaft im südöstlichen Europa. Neben dem Stellenwert von Byzanz in der orthodoxen Kirche der rumänischen Fürstentümer gilt seine besondere Aufmerksamkeit dem Diktum „Byzance après Byzance“ im rumänischen Kulturraum. Er hat sich nicht nur mit dieser Konzeption des Historikers Nicolae Iorga näher befasst, sondern auch mit den Trägern dieser Ideen, mithin der Herrschaftsschicht der Phanarioten im 18. Jh. Darüber hinaus hat er die Herrschaftskonzeption einzelner Fürsten der Moldau und der Walachei zwischen dem 15. und 18. Jh. untersucht.


Johannes Pahlitzsch ist Byzantinist und Arabist und beschäftigt sich intensiv mit Kulturkontakten und Kulturtransfer, vor allem zwischen Byzanz und der islamischen Welt, aber auch zwischen Lateinern und Byzantinern zur Zeit der Kreuzzüge. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit besteht dabei in der Untersuchung der Melkiten, d.h. der orthodoxen Christen unter islamischer Herrschaft, wobei unter anderem auch ihre rechtliche Stellung in den Fokus genommen wurde.


Klaus Pietschmann ist Musikwissenschaftler und Historiker. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Musiktheorie“ und der Reihe MARS (Musik und Adel im Rom des Sei- und Settecento), Vorsitzender des Herausgebergremiums der Gluck-Gesamtausgabe, im operativen Vorstand des Trägervereins von RISM (Répertoire International des Sources Musicales) und Mitglied des Direktoriums der International Musicological Society sowie des DFG-Fachkollegiums 103. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Kirchenmusik des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, die Musikgeschichte Italiens, Kanonisierungsprozesse in der Musik sowie die Oper des 18. und 19. Jhs.


Dieter Quast (RGZM) ist frühgeschichtlicher Archäologe. Er ist Spezialist für die Völkerwanderungszeit und das frühe Mittelalter mit einem Schwerpunkt auf Fernhandel, spätantiken und frühmittelalterlichen und -byzantinischen Kleinfunden sowie Kulturkontakten zwischen dem Römischen Reich und dem Barbaricum. Er hat zu sozialen Spannungen im mitteleuropäischen Barbaricum des 3. Jhs. geforscht, die durch Rückwanderungen ausgelöst werden, und gerade ein vom BMBF finanziertes Projekt abgeschlossen, das sich beispielhaft mit einem Fernhandelsgut, dem Edelstein Almandin, beschäftigt. Darüber hinaus hat er eine umfassende Monographie zum Grab des fränkischen Königs Childerich I. vorgelegt.


Jörg Rogge ist Mediävist und Kulturhistoriker. Er beschäftigt sich u.a. mit den sozialen und kulturellen Bedingungen der Vergesellschaftung von Kämpfern bzw. Kriegern im mittelalterlichen Europa in vergleichender Perspektive. Seine regionalen Forschungsschwerpunkte liegen hierbei vor allem auf den Britischen Inseln im Mittelalter und dem spätmittelalterlichen Reich (bes. dessen „Verfassungsentwicklung“). Neben der Militärgeschichte befasst er sich besonders mit der Theorie und Methodik der historischen Kulturwissenschaften.


Ute Verstegen (FAU Erlangen-Nürnberg) vertritt die Disziplin Christliche Archäologie und Kunstgeschichte und arbeitet in weiter Perspektive zu Spätantike und Mittelalter in Europa, Byzanz und Orient. Zu ihren Arbeitsgebieten gehören insbesondere die religiöse Architektur und visuelle Kultur der Spätantike und des Mittelalters sowie Untersuchungen zu transkulturellen Prozessen (Hybridisierungsprozesse in der visuellen Kultur, religiös motivierte Haltungen zum Bild, Artefaktbiographien, multireligiöse Raumnutzung). Sie besitzt außerdem langjährige Erfahrung in Konzeption und Durchführung von Visual Digital Humanities-Projekten und dem Einsatz digitaler Methoden in der universitären Lehre.