Kriege sind seit Jahrtausenden Teil menschlichen Lebens. Sie werden von eigenen, epochenspezifischen Regeln und Merkmalen geprägt und sind mit einschneidenden Erfahrungen und starken Emotionen für die beteiligten und in Mitleidenschaft gezogenen Menschen verbunden.
Wer Siegende und wer Besiegte sind, ist nicht immer eindeutig: Triumph und Erniedrigung, Macht und Ohnmacht verbinden Siegende und Besiegte ebenso wie Angst und Trauer, Schmerz und Leid, Zusammenhalt und Verachtung.
Viele von uns kennen vermutlich jemanden, der Krieg und bewaffneten Konflikt erlebt hat und eigene Erinnerungen daran mit sich trägt. In der täglichen Berichterstattung und in Erzählungen sehen wir alle: Das Erleben eines Krieges lässt niemanden mehr los. Diese Kriegserzählungen und -bilder dienen nicht zuletzt der Verarbeitung des Erlebten, sie prägen auch unsere Vorstellungen und Haltungen zum Krieg.
In einem Rundgang durch Mainz wollen wir deshalb mit euch Orte entdecken, die zeigen, wie verschieden von Kriegen erzählt und wie unterschiedlich Krieg in Szene gesetzt wurde und wird – wenn auch manchmal auf recht unerwartete Weise! Es finden sich noch heute im Stadtbild viele unterschiedliche Spuren, denn Mainz hat eine lange, seit römischer Zeit stark militärisch geprägte Geschichte. Wir verbinden ganz unterschiedliche Orte in Mainz mit Forschungsfragen, mit denen wir uns in unseren wissenschaftlichen Untersuchungen im Graduiertenkolleg »Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen« beschäftigen.
Die verschiedenen Perspektiven auf Krieg und Konflikt regen uns dazu an, über Haltungen und Wertvorstellungen nachzudenken, die verschiedene Formen der Kriegserinnerung hervorbringen.